Competence Center Wissensmanagement

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Schwerpunkt: Prozessorientiertes Management

Liebe Leserinnen und Leser,

mit dem Newsletter „WissensWert“ wollen wir Sie über aktuelle Managementthemen und Trends informieren, Best-Practice-Beispiele vorstellen und auf interessante Veranstaltungen hinweisen. Erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe zum Schwerpunkt „Prozessorientiertes Wissensmanagement“, wie Wissensmanagement bei der SCHEUERLE Fahrzeugfabrik umgesetzt wird, welche Neuigkeiten es rund um das Thema Wissensmanagement und ISO 9001:2015 gibt und welche Instrumente Sie unterstützen, Ihre Wissensarbeit zu optimieren.

Am 15./16. September 2016 findet das XV. Internationales Produktionstechnisches Kolloquium in Berlin statt. Weitere spannende Termine finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.

SCHEUERLE Fahrzeugfabrik – Interview mit Jennifer Bachmayer, Team Leader Operational Purchasing

Petrochemisches Modul auf SCHEUERLE SPMT beim Transport durch den Kunden ALE
© ALE Heavylift

 

Petrochemisches Modul auf SCHEUERLE SPMT beim Transport durch den Kunden ALE © ALE Heavylift

Frau Bachmayer, wofür steht die SCHEUERLE Fahrzeugfabrik GmbH?

SCHEUERLE hat in der Vergangenheit ein starkes Wachstum vollzogen, auch durch die Integration der Schwesterunternehmen in die TII-Group. Unser Erfolg basiert auf der langjährigen Erfahrung unserer Mitarbeiter, die es zukünftig zu sichern gilt. Die Initiative wurde durch die TII Group angestoßen. Die Lektüre des Buches „Wissensmanagement im Mittelstand“ vermittelte den Eindruck, wie wir uns den Herausforderungen stellen könnten.

Wo haben sie mit ihren WM-Aktivitäten angefangen? Gab es einen Pilotbereich und wenn ja, warum haben Sie diesen gewählt?

Beim Thema Wissensmanagement denkt man oft zuerst an die Entwicklungs- oder Vertriebsabteilung als Pilotbereich, wir haben aber bewusst im Service begonnen. Einerseits ist die Bedeutung des Service für den Umsatz in der Branche des Sonderfahrzeugbaus sehr hoch. Andererseits wird gerade im Service viel auf persönliche Erfahrungen gesetzt. Denken Sie an den Techniker vor Ort beim Kunden: Da ist man oft auf sich allein gestellt und muss auf Basis der eigenen Erfahrung die richtigen Entscheidungen treffen. Außerdem hat der Service Schnittstellen in alle anderen Bereiche, die Erfahrungen aus der Anwendung des Kunden müssen zurück fließen in die Produktion, die Entwicklung und den Vertrieb.

Wie ist der Service-Bereich das Thema Wissensmanagement angegangen? Welche Schritte wurden unternommen?

Wir haben uns Unterstützung durch das Fraunhofer IFF als Begleiter und Moderator geholt. Im Projekt haben wir die ProWis-Vorgehensweise aus dem Praxisleitfaden Wissensmanagement angewendet. Dies umfasste eine Mitarbeiterbefragung sowie Prozessanalysen im Service, die in Abstimmung mit dem Betriebsrat erfolgten. Nach der Auswertung der Analyse erfolgten die Schwerpunktsetzung und die Ableitung von Handlungsfeldern. Konkret haben wir in Abstimmung mit der Geschäftsführung mit der Umsetzung des Handlungsfeldes eines Wikis für Reisende begonnen. Ich wurde mit der Aufgabe der operativen Einführung des Wikis beauftragt.

Wikis werden inzwischen in vielen Unternehmen eingesetzt, was ist der besondere Anwendungsfall bei SCHEUERLE? Ist bei Ihnen die Nutzung nach einer Anfangseuphorie wieder abgeebbt – wie es vielfach in Unternehmen passiert? Welche Erfahrungen hat Scheuerle gemacht?

In unserem ReiseWiki geht es weniger um Fachwissen. Wir wollten einen sehr konkreten und vor allem persönlichen Nutzen für die Service-Mitarbeiter schaffen und daher an ihren täglichen Problemen ansetzen. Als aufwändiger Prozess wurde die Reisevorbereitung identifiziert. Dabei geht es um Tipps und Tricks für die Reise zum Kunden und den Aufenthalt vor Ort. Wie komme ich zum Standort Kunden? Was muss ich bei der Einreise in Ägypten beachten? Welche Hotels sind in Shanghai nahe am Kundenstandort zu empfehlen? Welche Werkstattausrüstung ist auf der Baustelle in Mexico vorhanden? Neben der Beantwortung dieser Fragen war uns auch das Kennenlernen der Wiki-Technologie wichtig. Die Anwendungserfahrungen helfen uns sicher für die Einführung weiterer Wissensmanagement-Lösungen.

Unser Wiki läuft sehr gut, da wir in der Initialisierung bestehenden Informationen (z.B. Länderinformationen, wichtige Kunden/Kundenstandorte, Hotelempfehlungen aus den letzten Dienstreisen) eingepflegt haben. Die Mitarbeiter sahen also kein leeres Wiki, sondern konnten von Anfang an auch Informationen nutzen.

Was würden Sie als die Erfolgsfaktoren bei SCHEUERLE bezeichnen?

Ich denke, die Unterstützung durch die TII-Gruppe und die Geschäftsführung war enorm wichtig, sie hat die Bedeutung des Themas Wissensmanagement unterstrichen. Außerdem halte ich die Festlegung einer operativen Projektleitung für die Wiki-Einführung für zielführend, da doch vieles organisiert und abgestimmt werden muss. Darüber hinaus haben wir von Anfang an die Kollegen aktiv mitgenommen: Sie waren in der Analyse genauso beteiligt wie bei der Auswahl und Gestaltung der Wiki-Lösung. Natürlich haben wir auch Schulungen durchgeführt.

Gab es auch Dinge, die nicht funktioniert haben?

Vielleicht haben wir uns am Anfang zu viele Handlungsfelder vorgenommen, nicht alle Dinge wurden letztendlich umgesetzt. Aber ich denke, wir konnten mit dem Wiki einen guten Leuchtturm und darüber hinaus einige kleine Verbesserungen in unseren Prozessen etablieren.

Wie geht es bei SCHEUERLE weiter? Was sind die nächsten Themen?

Wir haben unsere eigenen Erfahrungen mit Wissensmanagement geteilt, indem wir eine eigene Fallstudie in der zweiten Auflage des Springer-Buches „Wissensmanagement im Mittelstand“ veröffentlicht haben. Wir hoffen, dass sich andere Unternehmen – so wie wir damals – auch davon inspirieren lassen. Als kurzfristiges Ziel haben wir die Einbindung des deutschen Schwesterunternehmens ins Wiki geplant. Mittelfristig wollen wir weitere in der Analyse aufgezeigte Handlungsfelder umsetzen.

Herzlichen Dank für die offene Beantwortung unserer Fragen.

Neuauflage "Wissensmanagement im Mittelstand"

Wissensmanagement im Mittelstand
Grundlagen - Lösungen - Praxisbeispiele

·        Praxisorientierter Einstieg ins Thema "Wissensmanagement"

·         Konkrete Umsetzungsbeispiele aus Unternehmen, öffentlichen
          Institutionen und Netzwerken

·         Praktische Tipps für die Implementierung im eigenen
          Unternehmen

Der gezielten Nutzung des Unternehmenswissens kommt eine wachsende Bedeutung zu. Doch Wissensmanagement muss nicht komplex und theoretisch sein, wie die vorliegende Publikation beweist. Dieses Buch liefert Ideen und Hinweise für die Gestaltung des Wissensmanagements und verdeutlicht dies anhand von Praxisbeispielen. Das bewährte Vorgehen, welches in der 1. Auflage bei 15 produzierenden Mittelständlern beschrieben wurde, konnte inzwischen auch auf öffentliche Institutionen, größere Unternehmen, Netzwerke und Dienstleister angewandt werden. Diese

Erfahrungen und Erfolge aus der Praxis werden verständlich und praxisorientiert beschrieben und vermitteln dem Leser, wie der Produktionsfaktor Wissen effizient genutzt werden kann.

Das Buch kann ab sofort hier bestellt werden.

Online: Diagnoseinstrumente und Lösungsbox für Wissensmanagement

Im ProWis-Portal werden zahlreiche Arbeitshilfen für Wissensmanager bereitgestellt. Neben praxisbewährten Verfahren zur Selbstdiagnose und einer umfangreichen Lösungssammlung mit Anwenderbeispielen finden Sie zahlreiche Vorlagen online unter www.prowis.net.

GfWM und DQG: Studie und Orientierungshilfe zum Wissens- und Qualitätsmanagement jetzt online verfügbar

Die aktuelle ISO 9001:2015 fordert von Unternehmen, Wissen zu erwerben und zu bewahren – sei es durch Lernen aus Erfahrungen, Benchmarks, Mentoring oder von anderen internen und externen Quellen. Vor dem Hintergrund der revidierten ISO 9001:2015 kooperieren die Deutsche Gesellschaft für Qualität e. V. und die GfWM seit mehr als einem Jahr in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe zum Wissensmanagement. Im ersten Schritt wurde eine Orientierungshilfe zu den neuen ISO-Anforderungen entwickelt. Ferner ist eine Studie zum Informations- und Handlungsbedarf bei den Betroffenen durchgeführt worden.

Beide Dokumente sind jetzt erschienen und können hier kostenlos heruntergeladen werden: http://www.gfwm.de/iso9001/

PTK 2016 - XV. Internationales Produktionstechnisches Kolloquium

Wo werden wir morgen produzieren? Wie werden wir morgen produzieren? Und was werden wir morgen Produzieren? Klar ist: Die Digitalisierung schreitet beschleunigt voran und durchdringt die Wertschöpfungskette immer intensiver. Das Produktionstechnische Kolloquium PTK 2016 widmet sich daher konsequent dem Thema »Digitalisierte Produktion – Potentiale für eine nachhaltige urbane Wertschöpfung«. Referenten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zeigen die Herausforderungen auf und stellen ihre Lösungen für den Wirtschaftsstandort Deutschland dar.

Termin/Ort

15. -16. September 2016, Produktionstechnisches Zentrum Berlin

Weitere Infos:

http://www.ptk2016.de/startseite/

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Creative Production Lab

Das Creative Production Lab (cp/lab) bringt 12 Unternehmer_innen aus der Technologiebranche mit 12 Unter­ nehmer_innen aus der Kreativwirt­schaft zusammen. Die Teilnehmen­den profitieren gegenseitig von ihren jeweiligen Kompetenzen und stärken so ihre Innovationsfähigkeit. Es geht um ein Miteinander auf Augenhöhe. Darum, zu verstehen, wie die anderen ticken und mit welchen Methoden und Technologien sie arbeiten. Und darum, zu lernen, wie Synergien und erfolgrei­che Kollaborationen entstehen können.


Termin/Ort

4. - 6. Oktober 2016, Berlin

Weitere Infos:

creativeproductionlab.de
creativeproductionlab.de/files/CreativeProductionLab2016.pdf


Bewerbung bis zum 15. August 2016

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Wissensbilanz-Intensivseminar für ModeratorInnen, Stufe 1

In diesem zweitätigen Intensivseminar lernen Sie direkt von den Experten des AK-WB, wie Sie selbst eine Wissensbilanz erstellen und insbesondere, wie Sie die Wissensbilanz-Workshops erfolgreich moderieren und gestalten.

Termin/Ort

17. – 18. November 2016, München

Weitere Infos:

http://www.academy.fraunhofer.de/de/innovation_technologie/wissensbilanz.html

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Wissensmanagement mit Social Media

In dem eintägigen Seminar erfahren Sie am Beispiel des Wissensmanagements welche Potenziale Ihr Unternehmen durch die Nutzung von Social Media erschließen kann, wie Social Media insbesondere für das organisationale Wissensmanagement zielgerichtet eingesetzt werden und was für die erfolgreiche Einführung von Social Media in Ihrem Unternehmen erfolgsentscheidend ist.

Termin/Ort

18. November 2016, Produktionstechnisches Zentrum Berlin

Weitere Infos:

https://weiterbildung.ipk.fraunhofer.de/seminar/event/wissensmanagement-mit-social-media-2/